Tel Aviv/Beirut – Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben die strategisch wichtige Burg Beaufort im Süden des Libanon eingenommen. Die aus dem 12. Jahrhundert stammende Kreuzritterfestung gilt als symbolträchtiger Ort im Konflikt mit der Hisbollah-Miliz. Israelische Streitkräfte hissten dort nach Medienberichten erstmals seit 26 Jahren wieder die israelische Flagge.
Die Einnahme der Burg erfolgt im Rahmen einer Bodenoffensive, die Israel nach eigenen Angaben gegen die Hisbollah im Südlibanon führt. Seit Mitte April gilt zwischen beiden Seiten eine Waffenruhe, die jedoch zunehmend brüchig ist. In der vergangenen Woche eskalierten die Luftangriffe im Süden des Libanon erneut. Die Hisbollah-Miliz feuerte nach Angaben des Handelsblatts wieder auf israelisches Gebiet.
Die Burg Beaufort liegt auf einem Hügel und bietet einen weiten Blick über den Süden des Libanon sowie Teile Nordisraels. Militärexperten zufolge könnte die Kontrolle über die Festung Israel strategische Vorteile bei der Überwachung der Region verschaffen. Die Einnahme wird als Teil einer Ausweitung der israelischen Einsätze im Südlibanon gewertet.
Die genauen Umstände der Einnahme sowie die aktuelle militärische Lage vor Ort sind noch nicht vollständig geklärt. Unabhängige Bestätigungen für die israelischen Angaben liegen bislang nicht vor. Die libanesische Regierung und die Hisbollah haben sich zu dem Vorfall zunächst nicht offiziell geäußert.
Die Burg Beaufort war im Jahr 2000 nach dem Abzug der israelischen Truppen aus dem Südlibanon von der Hisbollah übernommen worden. Seitdem galt sie als eines ihrer wichtigsten Symbole in der Region. Die erneute israelische Flaggenhissung dürfte daher auch eine starke politische Signalwirkung haben.